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Was sind Wälz- und Gleitlager?

Wie funktionieren Wälz- und Gleitlager und wofür werden sie eingesetzt?

Welche Arten von Wälz- und Gleitlager gibt es?

Welche Vor-und Nachteile weisen Wälz- und Gleitlager auf?

    

Lagerungselemente – Grundlagen zu Wälzlagern und Gleitlagern

Lagerungselemente sind zentrale Bestandteile technischer Systeme. Sie ermöglichen die Führung beweglicher Bauteile, nehmen Kräfte auf und reduzieren Reibung zwischen sich relativ bewegenden Komponenten. Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Lagerarten zum Einsatz – insbesondere Wälzlager oder Gleitlager.

Lagerungselemente

Lagerungselemente

    

Lager erfüllen drei grundlegende Aufgaben:
Führung beweglicher Elemente

Aufnahme von Kräften zwischen relativ bewegten Bauteilen

Reduktion von Reibungskräfte

Wälzlager – Funktionsprinzip

Wälzlager ermöglichen eine überwiegend rollende Bewegung mit nur geringem Gleitanteil. Zwischen Innen- und Außenring befinden sich Wälzkörper (z. B. Kugeln oder Rollen), die die Relativbewegung übertragen. Dieses Prinzip reduziert Reibung deutlich im Vergleich zu reinen Gleitbewegungen

Anwendungsbespiel von Wälzlager

Walzläger bei einem Rad eines Fahrrads

Wälzlager können eine rollende Bewegung mit nur geringem Gleitanteil ausführen. Ein simples Beispiel ist die Verwendung bei einem Rad eines Fahrrads

   

Wälzlager

Hier sehen Sie wie das Wälzlager die rollende Bewegung ausführt

Woraus besteht ein Wälzläger?

  • Wälzkörper: Die Wälzkörper sind das zentrale Element des Lagers. Sie liegen in einem Wälzkörperkäfig. Zusammengefasst nennt man dies Wälzkörperkranz.
  • Lageraußenring: Der Wälzkörperkranz wird durch einen Lageraußenring in seiner Rollbahn geführt.
  • Lagerinnenring: Der Lagerinnenring begrenzt den Wälzkörperkranz von innen. Wie der Lageraußenring ermöglicht er die Führung.
  • Wälzkörperkäfig: Im Wälzkörperkäfig werden die Wälzkörper zusammengefasst, um Reibungseffekte aufgrund der gegenseitigen Relativbewegungen zu vermeiden.

   

Wälzlager Aufbau

Verschiedene Arten von Wälzlagern

Kugellager   Nadellager   Kegelrollenlager   Tonnenlager   

Es gibt verschiedene Arten von Wälzlagern. Das Bekannteste ist wohl das Kugellager. Wir unterscheiden neben dem Kugellager das Zylinderrollenlager, Nadellager, Kegelrollenlager und das Tonnenlager als Standardbauformen.

    

Die Kategorisierung von Wälzlagern erfolgt nach:
Art der Wälzkörper

Anordnung von Innen- und Außenring

Einsatzgebiet

Druckwinkel (α)

              

Ein weiterer Einflussfaktor zur Unterscheidung verschiedener Wälzlager ist der Druckwinkel. Anhand der Größe des Druckwinkels Alpha können wir auch Radiallager von Axiallagern unterscheiden.

                  Radiallage                                         Axiallager                                            

 (Radiallager)Druckwinkel α: 0 - 45°                           (Axiallager)Druckwinkel α: 45 - 90°            

 

Druckwinkel 

    

Lagerspezifischer Code aus Buchstaben und Zahlen

Eine Norm hilft, das richtige Wälzlager zu erkennen - die DIN 623. Hier ist festgehalten, dass Codes zur Benennung der Lager gebildet werden. Die Codes setzen sich aus dem Vorsetzzeichen, dem Basiszeichen und dem Nachsetzzeichen zusammen.

Lagerspezifischer Code für Kegelrollenlager:

 Vorsetzzeichen: Welche Einzelteile von vollständigen Lagern (Ringe, Käfige) wurden verwendet?

 Basiszeichen: Um welche Lagerreihe und Bohrungskennzahl handelt  es sich?

 Nachsetzzeichen: Welche weiteren Informationen sind bekannt (Abdichtung, Käfig-ausführung, Toleranzen, etc.)?

  

Das Vorsetzzeichen gibt Auskunft über die verwendeten Einzelteile und Werkstoffe. Beim Kegelrollenlager steht das HR für eine verstärkte Ausführung (erhöhte Tragfähigkeit).

Das Basiszeichen 313 08 weist auf, dass es sich um ein Kegelrollenlager mit der Breitenreihe 1 und der Durchmesserreihe 3 handelt und eine Bohrungskennzahl 08 hat.

Das Nachsetzzeichen beschreibt in diesem Beispiel, dass das Kegelrollenlager einen Druckwinkel und Laufbahndurchmesser nach DIN ISO 355 besitzt.

Vorteile und Nachteile von Wälzlagern

Wälzlager sind Standardkomponenten, die häufig verwendet werden. Daher sind sie auch kostengünstig, sehr gut verfügbar und lassen sich einfach montieren und austauschen. Trotz geringen Schmierstoffbedarfs und einer einfachen Schmierung weisen sie eine hohe Lebensdauer auf. Darüber hinaus benötigen sie keine Mindestdrehzahlen und kombinierte Lasten sind möglich. 

Zwar benötigen Wälzlager keine Mindestdrehzahlen, die Drehzahlen sind jedoch nach oben begrenzt, um ein Heißlaufen zu vermeiden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass Wälzlager Schwingungen im System anregen können. Zusätzlich weisen sie eine hohe Stoßempfindlichkeit auf und sehr große und sehr kleine Abmessungen sind nur schwierig zu realisieren.

Gleitlager – Funktionsprinzip und Anwendungen

Auch Gleitlager nehmen Kräfte auf und führen eine Bewegung von bewegenden Körpern. Bei der Bewegung handelt es sich um eine gleitende Bewegung, bei der das gelagerte Element im Gleitlager rotiert.

Gleitlager bei einem 3D-Drucker

Hier sehen Sie eine beispielhafte Verwendung von Gleitlagern bei einem 3D-Drucker. Gleitlager werden auch bei anderen Führungen und Gelenken verwendet und häufig bei Verbrennungsmotoren an Kurbel- oder Nockenwellen eingesetzt.

  

Weitere Anwendungen findet man bei:
Führungen und Gelenke

Verbrennungsmotoren (Kurbel- und Nockenwellen)

Pumpen und Generatoren

Walzwerke und Pressen

Gasturbinen

   

Damit der zu bewegende Körper gut gleiten kann, wird ein Zwischenmedium zwischen das Lager und die gelagerte Welle eingefügt. Wissen Sie, was hier verwendet werden kann? 

  • Gas wird als Zwischenmedium eingesetzt, um Gleitflächen bei extrem niedrigen Temperaturen (extremer Tieftemperatureinsatz) zu trennen.
  • Wenn hydrodynamische Gleitlager während der Rotation Öl abgeben sollen, um so Schmierung zu ermöglichen, werden sie mit Öl getränkt.
  • Feste Schmierstoffe kommen zum Einsatz, wenn z. B. ein Vakuum, hohe Temperaturen oder Fliehkräfte den Einsatz von Ölschmierungen unmöglich machen. Oft wird Graphit, Molybdändisulfid oder ein PFTE (Teflon) verwendet.
  • Ein Magnetfeld wird dort eingesetzt, wo kein Verschleiß und Schmutz entstehen darf (z. B. Reinräume).

Bauformen und Werkstoffe von Gleitlagern

Beim Aufbau von Gleitlagern unterscheiden wir geteilte und ungeteilte Lager. Außerdem können sie dick- oder dünnwandig sein.

Geteilts Lager: Nur eine Gleitlagerbuchse wird verwendet

Ungeteiltes Lager: Zwei oder mehrere Lagerschalen werden verwendet

Dickwandig: Dickwandige Gleitlager erhalten ihre Form und ermöglichen eine Funktionserfüllung auch ohne oder bei nur geringem Presssitz

Dünnwandig: Dünnwandige Gleitlager sind auf ausreichende Pressung zwischen Gehäuse und Lager angewiesen

Hinweis: Wie auch bei Wälzlagern unterscheiden wir Radial- und Axiallager

Trockenlager

Trockenlager können aus verschiedensten Werkstoffen gefertigt werden. Wenn sie nur aus einem Werkstoff bestehen, handelt es sich um Massivlager, bei zwei oder mehr verbundenen Werkstoffen um ein Verbundlager. Neben Kunststoff, Aluminiumlegierungen oder Bronze können sie zum Beispiel auch aus Weißmetallen, Keramik oder Kunstkohle hergestellt werden. Bei der Auswahl des Werkstoffs sollten einige Anforderungen beachtet werden.

   

Werkstoffe von Gleitlagern
Kunststoff

Aluminiumlegierungen

Bronze

Weißmetalle

Keramik

Kunstkohle

Natürlich sollte der Werkstoff eine gute Gleiteigenschaft und günstige Einlaufeigenschaften mit sich bringen. Zudem sollte er eine hohe Festigkeit aufweisen und nicht schnell verschleißen.

   

Trockenlager

Hydrodynamische und hydrostatische Gleitlager

Weiterhin gibt es hydrodynamische und hydrostatische Gleitlager. Bei ihnen wird ein viskoser Schmierfilm eingefügt, wodurch die gelagerte Welle vollständig vom Gleitlager getrennt wird. Diese Verwendung empfiehlt sich bei häufigen Anfahrprozessen, da durch die Schmierung die Reibung verhindert wird.

hydrostatische Gleitlager

HInweis: Bei hydrodynamischen Gleitlagern wird der Schmierfilm nicht durch die Rotation der Welle, sondern separat über eine eingeschaltete Pumpe erzeugt.

Vorteile und Nachteile von Gleitlagern

Wie auch Wälzlager sind Gleitlager in ihrem Aufbau und in ihrer Montage sehr einfach. Sie benötigen nur wenig Platz und sind sehr unempfindlich gegenüber Stößen

Vorteile:

  • Einfache Bauform
  • Platzsparend
  • Stoßunempfindlich
  • Geräuscharm
  • Geeignet für sehr große Bauformen

Nachteile:

  • Höherer Reibungsanteil bei unzureichender Schmierung
  • Anlaufverschleiß möglich
  • Teilweise höhere Anforderungen an Schmierung und Wartung

Zusammenfassung

Wälz- und Gleitlager werden verwendet, um bewegliche Teile zu führen. Die Art der Bewegung hängt dabei von ihrem Aufbau ab. Wälzlager können rollende Bewegungen führen; in Gleitlagern gleitet die gelagerte Welle um ihre Achse.

Um die Lager richtig auszulegen, sollte man die Beanspruchung im Betrieb kennen und für ausreichend Schmierung sowie Sauberkeit sorgen. Wälz- und Gleitlager unterscheiden sich in ihren Vor- und Nachteilen. Sie haben gemeinsam, dass sie kostengünstig und einfach aufgebaut und dadurch leicht zu montieren sind.

   

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Wälz- und Gleitlager werden verwendet, um bewegende Teile zu führen.

Wälzlager können rollende Bewegungen führen; in Gleitlagern gleitet die gelagerte Welle um ihre Achse.

Um die Lager richtig auszulegen, sollte man die Beanspruchung im Betrieb kennen und für ausreichend Schmierung sowie Sauberkeit sorgen.

Wälz- und Gleitlager sind kostengünstig und einfach aufgebaut. Dadurch sind sie leicht zu montieren.